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Iris Zechner im Portrait

Gut begleitet

Leistungsdruck, Prokrastination und Zweifel an der Wahl des Faches: Mit diesen und weiteren Herausforderungen sehen sich viele Studierende im Laufe ihrer akademischen Karriere konfrontiert. Dabei sind sie mit den Problemen nicht allein. Wie man im Uni-Alltag die Zuversicht und Motivation beibehält und welche weiteren Unterstützungsangebote man nutzen kann, erklärt Psychologin und Anglistin Iris Zechner von ➡ 4students

Hilfe zur Selbsthilfe 
Seit dem Sommersemester 2024 können sowohl Anfänger:innen als auch fortgeschrittene (Austausch-)Studierende das kostenfreie, vertrauliche Coaching an der Universität Graz nutzen. Ziel ist es, eine individuelle Lösung für Anliegen rund ums Studium zu entwickeln, egal ob es um verpatzte Prüfungen oder Überforderung geht. „Semesterplanung, Studienabbruch und alles dazwischen soll hier Platz haben“, betont Zechner, die selbst an der Uni Graz studiert hat. „Ich habe damals lange hin und her überlegt, ob meine Probleme ‚schlimm genug‘ sind, um das Coaching in Anspruch zu nehmen“, erzählt eine Studierende. „Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass meine Baustellen so übermächtig sind, dass ich ohnehin nie damit klarkommen würde. Inzwischen kann ich sagen: Doch, ich kann etwas ändern und das Coaching unterstützt mich dabei.“ Ein Eindruck den auch Zechner bestätigt. Gerade die Umstellung von der Schule sei für viele ein besonders kritischer Moment. Hier könne das systemisch orientierte Gespräch im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe unterstützen. Dabei geht es nicht um Leistungsbewertung, sondern darum, einen Raum für Reflexion zu schaffen, um mit den eigenen Ressourcen und Stärken wieder handlungsfähig zu werden. „Denn wenn wir uns im Problem verfangen, verlieren wir oft den Blick für Alternativen“, so Zechner. „Im Coaching geht es darum, den Fokus zu verschieben – hin zu dem, was möglich ist.“ 
  
Wie funktioniert’s? 
Ein Termin kann unkompliziert per E-Mail oder über die Webseite auf Deutsch oder Englisch gebucht werden und dauert 45 Minuten. Zu Beginn der Konversation werden gemeinsam ein oder mehrere Ziele auf Notizkärtchen festgehalten, denn „die Studierenden sollen selbst entscheiden, was sie für sich mitnehmen möchten“, erklärt Zechner. Das kann von einer konkreten Lerntechnik bis hin zu mehr Motivation und Freude reichen. Handelt es sich um ein komplexeres Thema, können auch mehrere Einheiten vereinbart werden. Bei einer Lernbegleitung oder bei Prokrastination seien mehrere Gesprächstermine besonders hilfreich, betont Zechner, die im letzten Studienjahr über hundert Coachings durchgeführt hat. Ihre Erfahrung zeige, so die Psychologin, dass besonders in Prüfungsphasen das Angebot häufiger in Anspruch genommen werde. Wie konstruktiv dieser Austausch sein kann, bestätigt auch ein:e anonyme Teilnehmer:in: „Das Coaching ist für mich ein Auffangbecken, ein Ort, an dem ich Unterstützung und Halt gefunden habe. Ich empfehle es allen, die in ihrem Studium vor Herausforderungen stehen und wieder Klarheit finden möchten.“ Seit diesem Semester gibt es die Möglichkeit, das Gespräch auch online wahrzunehmen. Dieser Schritt macht die Beratung noch flexibler und zugänglicher. 
  
Studieren leicht gemacht 
Hilfreich kann auch ein Besuch von Zechners Lehrveranstaltung ➡ „Studieren leicht gemacht: Sinnvoll planen, effektiv lernen, motiviert dranbleiben“ sein. Diese ist auch für kommendes Sommersemester geplant. Im Rahmen des Kurses lernen Studierende, sich realistische Ziele zu setzen, fokussiert zu bleiben und ihre Motivation langfristig aufrechtzuerhalten. Dabei erarbeiten sie nicht nur neue Perspektiven, sondern auch drei ECTS.
Zusätzlich gibt es auch die Möglichkeit, sich in offenen ➡ Lerngruppen mit Gleichgesinnten auszutauschen. Diese finden immer montags von 16 bis 18:30 Uhr im SR 62.31 und freitags von 8:30 bis 11 Uhr online statt. Außerdem bietet 4students ein Peer-Mentoring für all jene an, die als erste Generation ihrer Familie studieren und/oder Migrationshintergrund haben. Mentor:innen begleiten sie vor und während des ersten Studienjahres und unterstützen dabei, sich an der Universität gut zurechtzufinden.
Wer neue Lernstrategien kennenlernen, das eigene Zeitmanagement verbessern oder praktische Unterstützung beim Verfassen der Abschlussarbeit erhalten möchte, findet in den ➡ Workshops von 4students und dem Schreibzentrum wertvolle Impulse. 
  
Anlaufstellen bei psychischen Problemen 
Reichen die Probleme über den Studienalltag hinaus, bietet das Zentrum Integriert Studieren ➡ kostenfreie Gespräche und Videocalls im vertraulichen Rahmen mit Psychotherapeut Christoph Solstreif-Pirker (in Ausbildung unter Supervision) an. Das Service richtet sich insbesondere an Studierende mit psychischen Beeinträchtigungen, Belastungen oder Neurodivergenz. Zudem kann auch die ➡ psychologische Studierendenberatung eine hilfreiche Anlaufstelle bei psychischen Erkrankungen sein.

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